Die Kinder-Herzchirurgie des UKS wurde im Beisein der saarländischen Minister­präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer offiziell neu eröffnet. 1,4 Millionen Euro hat das Land, 500 000 Euro das UKS dafür ausgegeben, am UKS eine Kinder-Herzchirurgie zu etablieren, die baulich, technisch und personell den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

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Im Hörsaal der Frauen- und Kin­­­der­klinik war eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten aus Medizin, Ver­waltung und Politik zusammengekommen, um die Kinder-Herzchirurgie des UKS wieder zu eröffnen. Es war ein wichtiger Termin. Wichtig für das UKS – weil das Klinikum nun wieder in der Lage ist, Kinder mit angeborenem oder erworbenem Herzfehler an einem Stand­­ort mit kurzen Wegen optimal zu versorgen. Wichtig für das Saarland – weil es als kleines Bundesland eine hochqualifizierte Versorgung kranker Kinder bereitstellen kann.
Besonders wichtig für Kinder im gesamten Südwesten Deutschlands, die unter einem angeborenen oder erworbenen Herzfehler leiden. Wichtig aber auch für drei kleine Mädchen – Paula, Lilli und Luisa, die selbst in Homburg am Herzen ope­riert worden sind. Sie standen für einige Minuten im Mittelpunkt der Veran­stal­tung, denn sie waren stellvertretend gekommen für etwa 2000 Kinder, die seit 1975 am UKS operiert wurden und für die vielen, die zukünftig hier noch operiert werden. Die Drei hatten eine besondere Aufgabe zu erfüllen: Sie überreichten der Ministerpräsidentin ein Herz aus Rosen – der Dank dafür, dass in Homburg wieder kranke Kinder­herzen operiert werden können.

Ein halbes Jahr lang war die Kinder-Herzchirurgie des UKS geschlossen, weil die personellen und räumlichen Gegebenheiten nicht den Anforde­run­gen entsprachen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Kran­kenhäusern und Krankenkassen, festgelegt hatte. Das Land hat 1,4 Millionen Euro investiert, um die notwendigen tech­nischen und räumlichen Voraus­setz­-
ungen für eine Wiedereröffnung zu schaffen. Das UKS selbst hat mit 500 000 Euro den Anbau eines Herzkatheter-Labors finanziert. Das UKS entspricht in allen Punkten der Richtlinie des G-BA über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der herzchirurgischen Versorgung bei Kindern und Jugendlichen: Zur Ausstattung gehören unter anderem ein eigener Operationssaal mit den geforderten Spe­zial­geräten, eine pädiatrisch-kardiologische Intensiveinheit im selben Gebäude, eine pädiatrisch-kardiologische Pflegestation und ein pädiatrisch-kardiologisch ausgerüstetes Katheterlabor. Die vorgeschriebene Stellenzahl von Fachärzten für Kinder­kar­dio­logie und für Herzchirurgie ist erfüllt, es steht ein eigener kinder­kardiologischer Bereit­schafts­dienst zur Verfügung und die Mitarbeiter des Pflegediens­tes der Intensivstation haben die erforderlichen Fachweiterbil­dungs-Qualifikationen. OP-Räume, Herzkatheterlabor, Bild­gebung, Intensivstation und Normal­pflegestation sind nun innerhalb eines Gebäudes untergebracht. Damit entfallen Transporte zwischen Gebäuden vor und nach den Operationen und die damit verbundenen Risiken.

Unterstützung bekam die Kinder-Herzchirurgie dafür vom Direktor der Klinik für Frauenheilkunde, Ge­burts­hilfe und Reproduktionsmedizin, Prof. Erich-Franz Solomayer: Er stellte die nötigen OP-Räume zur Verfügung. Anlässlich der Neueröffnung der Kinder-Herzchirurgie betonte der Ärzt­liche Direktor des UKS, Prof. Bernhard Schick, für kranke Kinder und ihre Eltern sei es besonders wich­tig, medi­zinische Exzellenz in Wohn­ortnähe zu haben; dazu Menschen mit Enga­gement und Wissen und die gesellschaftliche Unterstützung – all dies werde am UKS erfüllt.

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Sie sei sehr stolz darauf, dass das Saarland als kleines Bundesland Qua­lität anbieten kann, erklärte Annegret Kramp-Karrenbauer. Als die KinderHerzchirurgie geschlossen wurde, sei dies ein Schock gewesen. Es herrsche aber „Konsens im Land, dass wir das Klinikum wollen und dazu stehen“, erklärte die Ministerpräsidentin. Daher sei beschlossen worden, zu investieren, um die Kinder-Herzchirurgie dauerhaft zu erhalten – „damit das UKS den Platz einnehmen kann, den es ver­dient“. Der Direktor der Klinik für All­ge­meine Pädiatrie und Neonatologie, Prof. Ludwig Gortner, wies auf die vielfältigen Vorteile hin, die das neue Konzept und die neue Struktur der Kinder-Herzchirurgie mit sich bringen. Demnach profitiert der gesamte Südwesten Deutschlands von der kinder-herzchirurgischen Einheit in Homburg, da es in Rheinland-Pfalz kein entsprechendes Angebot mehr gibt, und es eröffnen sich neue Mög­lichkeiten für Forschung und Lehre.

Das Team für Kinderherzen: Kinderkardiologie und Herzchirurgie
Wie der Direktor der Klinik für Pä­dia­trische Kardiologie, Prof. Hashim Abdul-Khaliq, betonte, leidet ein Pro­zent aller Neugeborenen unter einem Herzfehler. Mehr als 90 Prozent dieser Kinder erreichen zwar nach einer frühen OP oder eines anderen interven­tio­nellen Eingriffs das Erwachsenenalter, müssen aber kontinuierlich medizinisch betreut werden – am UKS wurde kürzlich die erste Stiftungsprofessur für EMAH (Erwachsene mit angebo­renem Herzfehler) eingerichtet, Stif­tungsprofessorin ist Dr. Tanja Rädle-Hurst. Abdul-Khaliq kündigte an, Ziel sei es jetzt, am UKS ein überregionales Kinder-Herzzentrum zu etablieren.
Prof. Hans-Joachim Schäfers, der Direktor der Klinik für Thorax- und Herz-
Gefäßchirurgie, erinnerte an die Histo­rie der Kinder-Herzchirurgie in Hom­burg: 1975 wurde das erste Kind am Herzen operiert – in der Allgemein­chirurgie.

Eine eigene Kinder-Herz­chirurgie wurde erst 1979 eingerichtet. Zur Zu­kunft der Kinder-Herzchirurgie in Homburg meinte Schäfers: „Wir wollen weiterhin die wohnortnahe Versor­gung vor Ort anbieten und ausbauen.“ Zudem würden auch Kinder aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland (es besteht eine enge Koopera­tion unter anderem mit Lu­xem­burg) am UKS versorgt. Schäfers dankte allen, für die die Kinder-Herz­chirurgie eine Herzenssache ist und endete zuversichtlich: „Ich sehe eine positive Zukunft.“

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