Der Neubau der IMED für das UKS und die Medizinische Fakultät
der Universität des Saarlandes

Ein Haus zum Gesundwerden. Jedes Gebäude ist Spiegelbild seiner Zeit. Sein Genotyp und Phänotyp, seine Stärken, Schwächen und Besonderheiten reflektieren den Geschmack, das Stilgefühl und die Errun­genschaften seiner Epoche und nicht zuletzt deren finanzielle Ressourcen.

UKS-IMED

Ein Krankenhausgebäude ist ebenso Spiegel seiner Zeit und derzeit ist der Krankenhausmarkt in ganz Europa im Umbruch. Mit der fast europaweiten Umstellung auf Fallpauschalen befinden sich die Krankenhäuser in einem immer stärker werdenden Wettbewerb. Nur Kosteneffizienz und qualitativ hochwertige Versorgung scheinen die Schlüsselparameter für Erfolg.

Wir befinden uns im Zeitalter der Effizienzsteigerung durch Multitasking. Eine beschleunigte Epoche, in der Erfolg nur im Zeitgewinn für die direkten Aufgaben liegen kann. Im Krankenhausbetrieb sind das die Aufgaben direkt am Patienten. Für den Krankenhausbau bedeutet das die Planung der kurzen Wege. Und wir befinden uns im Zeitalter des Wissensgewinns durch das sogenannte „collective knowledge“. Die Fortschritte in der Informations- und Kommunikationstechnologie vereinfachen und verstärken wie niemals zuvor, dezentral verstreutes Wissen zentral zu koordinieren. Für den Krankenhausbau bedeutet das einen Ort zu schaffen, an dem Wissen aller Disziplinen gesammelt, eine optimale Subsummierung und Bewertung erfolgen und die interdisziplinären Erkenntnisse direkt Anwendung finden können.

Der Neubau der IMED für das Universitätsklinikum des Saarlandes und die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes wurde entsprechend dieser Überlegungen von der wörner traxler richter planungsgesellschaft mbh geplant und inzwischen im 1. Bauabschnitt realisiert.

Die Neuanlage konzentriert sich sehr kompakt auf möglichst wenig Raum, mit einem besonderen Augenmerk auf soziale Verträglichkeit und menschliche Zuwendung. Sie unterliegt dem Anspruch, ein positives Feedback bis in die einzelnen Arbeitsprozesse zu entwickeln sowie Forschung und Lehre in den Krankenhausbetrieb zu integrieren.

Grundlage der Konzeption und Gestaltung des Hauses war die gemeinsam mit dem Bauherrn abgestimmte Betriebsorganisation und die Reaktion auf den besonderen städtebaulichen Ort innerhalb des Klinikums. Das so gemeinsam entwickelte neue Haus erzeugt das verdiente Image für ein Klinikum, das zu Recht als führendes Haus der Region gilt.

Es erzielt eine äußerliche Lesbarkeit und kann zeigen, „was in ihm steckt“: nämlich die Kompetenz eines Maximalversorgers modernster Methodik, höchster Leistungsbereitschaft und enormer Produktivität.

Die optimale Ausnutzung der Gebäudekubatur zugunsten einer hohen Nutz- und einer reduzierten Verkehrsfläche ist ein Garant für kurze Wege, eine überzeugend geformte Außen- und Innenwelt ein sinnvoller Beitrag zur Baukultur und überlegt feinsinnig gestaltete Räume eine große Chance für die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Mandat des Hauses und für die Regeneration der sich im Hause aufhaltenden Patienten.

UKS-IMED_Lageplan

Konzeption des Hauses

Das Haus ist in drei wesentliche funktionale Abschnitte geteilt: Eine Geschossebene für Forschung und Lehre, zwei Geschossebenen für Untersuchung und Behandlung und drei Geschossebenen für die Pflege. Auf dem Dach befindet sich die Plattform für den Hubschrauber-Landeplatz, im Untergeschoss liegen die Bereiche der Ver- und Entsorgung sowie der Hauptteil der zentralen Betriebstechnik.

Das Gebäude wird mit dem Zugang zu dem dreigeschosssigen Eingangshallenbauwerk über die Eingangsebene erschlossen und öffnet sich über den zentralen Empfang sowohl zur Inneren Medizin im Neubau als auch zur Chirurgie im Gebäude 57. Das Hallenbauwerk repräsentiert mit seiner hohen Aufenthaltsqualität die „neue Mitte“ beider Zentren.

Es beherbergt den „Raum der Stille“ im ersten Obergeschoss und die gemeinsame Cafeteria für Patienten, Besucher und Mitarbeiter in seinem geräumigen Vordach. Im zweiten Bauabschnitt werden sich auf der Eingangsebene zudem Forschungslabore und deren zugehörige Nebenräume entwickeln. Auf der Westseite des Gebäudes zieht ebenerdig die Zentrale Notaufnahme mit den Funktionen Radiologie und Aufnahmepflege ein, sowie die Kurzzeitdiagnostik mit 32 (+4) Betten.

Die unmittelbar angeschlossene Notfallvorfahrt steht im ersten Bauabschnitt bereits eingeschränkt zur Verfügung und wird im zweiten Bauabschnitt mit einer Liegendkrankenwagenhalle weiter ausgebaut. Auf der Erdgeschossebene schließt auch die Magistrale, Verteiler und Verbinder zum Elektiven Zentrum und den Haupteingängen zu den Hörsälen, an. Über einen weiteren Verbinder wird sich im zweiten Bauabschnitt ein direkter Zugang zum Bestandsgebäude 40.2 (Nephrologie) entwickeln.

Im ersten Obergeschoss ziehen der Klinische Arztdienst und die Privatambulanzen der 5 internistischen Kliniken der IMED, das Diagnostikzentrum mit den Funktionsstellen Kardiologie, Sonographie, Gastroenterologie, Pneumologie und konservative Tagesklinik ein. Und im zweiten Bauabschnitt des Neubaus führt ein weiterer Eingang für die Studenten zu den Hörsälen. Ein Geschoss darüber befinden sich zwei Intermediate Care-Stationen und eine Station für Intensive Care, eine Wahlleistungsstation und die Station für die Knochenmarkstransplantation-Patienten, in den Geschossen darüber die Allgemeinpflegestationen mit Ein- und Zweibettzimmern und wenigen Vierbettzimmern mit Vorräumen und Bädern.

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